Yotam Ottolenghi: Ein Virtuose in der vegetarischen Küche

Yotam Ottolenghi
Yotam Ottolenghi kreiert spektakuläre vegetarische Gerichte - und ist selbst übrigens gar kein Vegetarier. © picture alliance

Yotam Ottolenghi war ursprünglich als Journalist tätig

Yotam Ottolenghi wurde 1968 in Jerusalem geboren, seine Großeltern stammen aber aus Italien, wo er häufig die Sommer verbrachte. Er schloss sein Universitätsstudium mit einem Master in Philosophie und Literaturwissenschaft ab und war als Journalist in Israel und Amsterdam tätig. Mit dem Ziel, an der Universität seine Doktorwürde zu erlangen, zog er nach London um, schrieb sich dort aber stattdessen für sechs Monate in der Kochschule 'Le Cordon Bleu' ein.

Anschließend fand Yotam Ottolenghi 1997 eine Anstellung als Konditor im mit einem Michelin-Stern ausgezeichneten 'The Capital Restaurant'. Nach Zwischenstationen in weiteren Londoner Restaurants, dem 'Kensington Place' und dessen Schwesterrestaurant 'Lauceston Place', wurde er schließlich Chefkonditor in der angesagten Szene-Bäckerei 'Baker & Spice'.

Die Marke Ottolenghi

Zusammen mit Sami Tamimi, den er bei 'Baker & Spice' kennenlernte, eröffnete Yotam Ottolenghi 2002 seinen ersten Feinkostladen in Notting Hill unter der eigenen Marke 'Ottolenghi'. Weitere Delikatessenläden wurden in den Londoner Stadtvierteln Islington, Spitalfields und Belgravia eröffnet. In seinen Feinkostläden werden verschiedene Köstlichkeiten und Gaumenfreuden angeboten, die nur darauf warten, sofort verspeist oder mitgenommen zu werden. 2009 schließlich folgte das Restaurant 'Nopi' im Londoner Stadtviertel Soho auf die Feinkostladen-Kette. Dort bietet Yotam Ottolenghi saisonale Küche zum Frühstück, Mittag- und Abendessen an. Zusätzlich vertreibt Yotam Ottolenghi seine Geschmackskreationen auch über seinen eigenen Onlineshop.

Yotam Ottolenghi als Kochbuchautor

Aus Yotam Ottolenghis Feder stammen mehrere Kochbücher. In 'Plenty' und dem Nachfolgebuch 'Plenty More' lüftet Yotam Ottolenghi einige der Geheimnisse seiner schmackhaften vegetarischen Produkte, die normalerweise nur in seinen Feinkostläden zu bekommen sind. Zusammen mit dem Palästinenser Sami Tamimi veröffentlichte der Israeli auch die beiden Kochbücher 'Jerusalem' und 'Ottolenghi'. Schließlich entstand in Kollaboration mit 'Nopi'-Chefkoch Ramael Scully das Buch zum Restaurant, in dem über 100 Rezepte des Restaurants vorgestellt werden.

Been making white pizzas last week. Very simple dough, mascarpone cream, potatoes. #testkitchen

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Yotam Ottolenghi: Kulinarisch unterwegs für das Fernsehen

Mehrmals war Yotam Ottolenghi auch vor der Kamera für das britische Fernsehen aktiv. Für die BBC entstand die Dokumentation 'Jerusalem on a Plate' und in Zusammenarbeit mit More4, einem Spartensender von Channel4, wurden die Serien 'Ottolenghi’s Medditerranean Feast' und 'Ottolenghi’s Medditerranean Island Feast' gedreht, bei denen sich Yotam Ottolenghi auf die Suche nach den köstlichsten Gerichten des südlichen Mittelmeerraums begibt. Für BBC Radio trat er zudem als Juror bei den Food and Farming Awards 2016 auf.

Yotam Ottolenghis Kochstil und -philosophie

Der Kochstil von Yotam Ottolenghi wird häufig als ein Aufeinandertreffen der verschiedenen Küchen des Mittleren Ostens beschrieben, bei dem seine heimische israelische Küche durch eine Kombination aus Elementen der syrischen, türkischen, libanesischen, armenischen und iranischen Küche erweitert wird. Yotam Ottolenghi legt dabei besonderen Wert auf Gemüse und Früchte. Ottolenghis deutschen Wurzeln - seine Mutter stammte aus Deutschland - sind wohl ein Grund dafür, warum der Koch Zutaten wie Steckrüben, Knollensellerie und ähnliche sehr 'deutsche' Gemüse auf fast spektakuläre Art in seine Cross-over-Küche zu integrieren vermag.

Von 1996 bis 2010 schrieb er für 'The Guardian' die Kolumne 'The new vegetarian', in der er fast ausschließlich vegetarische Rezepte vorstellte. Er selbst ist jedoch kein Vegetarier. Vielmehr ist Yotam Ottolenghi ein Verfechter dafür, dass vegetarische Gerichte einen gleichberechtigten Platz einnehmen sollen, statt mit Fleischgerichten verglichen zu werden.